Donnerstag, 30. Juni 2011
Alle meine Sünden.
Was für eine Nacht. Ständig vom prasselnden Regen aufgewacht, nassgeschwitzt. Mit offenem Fenster war es zu warm und zu laut zum Schlafen. Mit geschlossenem Fenster war es noch viel zu wärmer zum Schlafen.

Während ich also so nassgeschwitzt und schlaflos da lag und der Regen meine Gartenmöbel ruinierte, weil ich ein weiteres Mal nicht rechtzeitig die Abdeckhaube darüber gefriemelt hatte, fielen mir alle meine Sünden ein.

Ich hab mich ja nie groß für Schwangere, Kinder usw. interessiert. Oder gar begeistert. Ich habe schon zu Schulzeiten nicht zu den Mädchen gehört, die Babys "süüüüüüüüß" fanden und Grundschullehrerin werden wollten. Schwangere fand ich meistens nur irgendwie anstrengend und gewordene Mütter... naja, Synonym für "kannste nix mit anfangen".

Über Schwangerschaftsbeschwerden, verminderte Leistungsfähigkeit bei der Arbeit usw. habe ich dementsprechend auch hart, in meinen Augen aber gerecht, geurteilt. Für mich war das alles ein bisschen dick aufgetragen von den Muttis, die keinen Bock mehr auf Job haben und sich zu Hause breitmachen wollen, legitimiert durch ihre Babys und Kinder, und eine ruhige Kugel schieben.

ICH NEHME ALLES ZURÜCK!!! Also, okay, nicht ganz alles. Ich glaube immer noch, dass es Mütter gibt, die aus fragwürdigen Motiven schwanger werden. Aber in einigen Punkten werde ich doch momentan eines besseren belehrt.

Schwangerschaft ist keine Krankheit. Ich weiß.
Aber man fühlt sich trotzdem krank. Und wenn ich nicht wüsste, dass ich schwanger bin, würde ich bei all den Symptomen, die ich habe, definitiv annehmen, dass ich unheilbar an etwas ganz schrecklichem erkrankt sein muss. So erbärmlich geht es mir.

Ich fühle mich schwach. Ich brauche 12-16 Stunden Schlaf pro Tag und fühle mich dennoch danach, als hätte ich auf einer Galeere malocht.

Mein Kreislauf ist am Arsch. Mein Blutdruck ist im Keller.
Sterne sehen ist untertrieben. Stehe ich auf, lege ich mich gleich wieder hin. Entweder freiwillig oder unfreiwillig.

Und dann die Übelkeit. Wer hat eigentlich diesen Begriff "Morgenübelkeit" in die Welt gesetzt? Gehört erschossen! Mir ist meistens morgens, mittags, nachmittags und abends übel. So dass einem der Feierabend, den ich bereits morgens um 8 so sehr herbeisehne, weil ich nicht weiß, wie ich den Tag überleben soll, dann auch noch komplett verhagelt ist.

Und dann haben wir noch die ganzen anderen "Problemchen". Schlafen zum Beispiel: Trotz der bleiernen Müdigkeit, die einem jeden Tag zur Hölle macht, gestaltet sich das eigentliche Schlafen nämlich sehr schwierig. Vornehmlich, weil die Matratze - egal wie man liegt - immer wehtut. Rücken, Brüste, Bauch. Matratze ist immer im Weg und betont das aua. Wenn man dann aber irgendwie irgendwann endlich eingeschlafen ist, wird man todsicher kurze Zeit später wach und auf Toilette müssen, jahaaaaa, da kann man sich schon mal dran gewöhnen wie das später mal wird.

Ich sag's Ihnen, das ist alles GAR nicht lustig.

Und der Horror kommt ja erst noch: Krampfadern, Wassereinlagerungen und die Splattershow namens Geburt.

Ich nehme alles zurück. Schwangerschaft ist keine Krankheit. Schwangerschaft ist viiiiiieeeeeel schlimmer.



Dienstag, 28. Juni 2011
In anderen Umständen. Aber in GANZ anderen.
Jo.

Eigentlich wollte ich ja ein Tagebuch schreiben. Also so ein richtiges. Ein echtes Buch, in das ich, am liebsten mit Füller, von Hand jeden Tag was aufschreibe.

Erstens finde ich partout kein Notiz-/Tagebuch, das schön genug ist, als dass ich da jetzt reinschreiben wollte und außerdem weiß ich, dass meine Handschrift auch nicht mehr das ist, was sie mal war und meine Geduld nicht mehr so reichlich vorhanden ist, als dass ich lange Tagebucheinträge so schön schreiben könnte, dass es hinterher Spaß machen würde, das noch zu lesen. Und dann verschreibt man sich und egal ob Tintenkiller oder Tipp-Ex, man sieht es ja doch. Und es soll ja alles perfekt sein.

Also reaktivieren wir mal den Block, der ja zwischenzeitlich auch so ein bisschen an Sinnhaftigkeit verloren hatte.

Hat den Vorteil, dass das Schriftbild immer ordentlich, die Beiträge immer bündig ausgerichtet und das ganze Werk makellos editierbar ist, sollte ich doch mal Kokkolores schreiben.

Außerdem brauche ich einen Ort, wo ich meinen ganzen Senf auch mal abladen kann und ich erwähnte ja vor etwas mehr als einem Jahr schon, dass ich im Fall der Fälle "ohne Internet* und ohne wildgewordene virtuelle Weiberhaufen" auskommen will.

So, und nun ist also der Fall der Fälle eingetreten.

Das frollein ist guter Hoffnung. Und das jetzt (schon) seit 10 Wochen.

Also noch kein Anlass den Arbeitgeber zu informieren, den eigenen Eltern zu erklären, dass sie Oma und Opa werden oder winzige Babystrampler zu kaufen, aber lange genug, um schon mal genug Erfahrungen gesammelt zu haben, die belegen, dass so eine Schwangerschaft lange nicht so lustig ist, wie man immer denkt.

Und irgendwo müssen die ja schließlich hin. Also hierhin.

Willkommen im neuen SchwangerschaftsSchrägstrichBabySchrägstrichMamaBlog.


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* "Internet" ist eigentlich natürlich falsch. Im Eifer des Gefechts schien ich Internetforen einfach mit dem gesamten Internet gleichzusetzen. Ich entschuldige mich hiermit beim Internet. Das war nicht so gemeint. Aber die Trullaforen sind trotzdem doof.



Mittwoch, 5. Januar 2011
Und? In welchem Zustand leben Sie?
Aus einer Online-Umfrage, die ich soeben startete:



Ja, von wegen wird Deutschland im Ausland immer mit einem jodelnden-krachledernen-Bayern-Image gleichgesetzt.

Offensichtlich hat man es in Overseas schon vortrefflich erkannt, dass wir nicht nur 16 unterschiedliche Bundesländer haben, sondern dass das Bewohnen jedes einzelnen durchaus mit einem spezifischen Zustand gleichzusetzen ist.

Mir persönlich gefällt der Zustand "Hesse" sehr gut. Ich glaube, wenn ich groß bin, möchte ich auch mal den Zustand "so rischtisch Hesse" erreichen.



Montag, 3. Januar 2011
Wannabe.
"I wanna really, really, really, wanna zigga zig-aaah."
[Spice Girls, 1996]

Ich bin ja eigentlich kein Fan von Bärten. Aber den hier find ich irgendwie gut.


Gefunden via google bei flickr


edit, 23:25 Uhr: Grüße nach Dunajská Streda, Slovakia :)



Samstag, 1. Januar 2011
Und nu.
Nu is 2011. Wir sind alle alt genug, um zu wissen, dass mit dem bloßen kalendarischen Eintritt eines neuen Jahres erstmal nichts besser wird, aber irgendwie hängt man sich ja doch immer eine Menge Wünsche und Hoffnungen auf.

Ich möchte gar nicht in Jahresrückblicke verfallen, denn unterm Strich würde sich darin meine Verbitterung über all das, wo ich nicht das erreicht habe, was ich wollte, widerspiegeln - ich empfinde 2010 einfach als ein Jahr des Scheiterns, als ein einziges Scheitern und - da bin ich ganz einfach gestrickt - darauf möchte ich gar keinen Rückblick verwenden.



Für 2011 wünsche ich mir meinen Frieden zu finden. Dass sich meine Wünsche verwirklichen lassen und ich vom Universum nicht ständig eine bittere Pille nach der anderen zu schlucken bekomme. Ich wünsche mir rauszukommen aus dem ewigen Wartesaal des "wird schon alles irgendwie werden - irgendwann".

Ich wünsche mir anzukommen. Was die Wohnsituation angeht und die Beziehung. Ich wünsche mir die Freiheit Familienplanung nicht nur zu betreiben, sondern überhaupt erst andenken zu können. Ich wünsche mir Familie. Und Geborgenheit. Ich wünsche mir meinen Frieden.